Tréguier

Am Hang des Mündungstrichters der Flüsse Jaudy (vielmehr ein weit ins Landesinnere reichender, gezeitenabhängiger Meeresarm) und Guindy liegt die alte Bischoffsstadt Tréguier (bretonisch Landreger), die historische Hauptstadt des alten Bistums Trégor. Erstmals erwähnt wurde die Stadt zusammen mit dem gallischen Mönch Tugdual von Tréguier, der hier ein Kloster gründete und später zum Bischof wurde.
Um die Stadt zu Fuß zu erkunden sollte man sein Auto am Besten auf einem der Parkplätze unten am Hafen abstellen. Dort befindet sich auch ein Büro der Touristeninformation
Geburtshaus Ernest RenanVom Hafen aus kann man z.B. die Rue Ernest Renan aufwärts wandern. Man kommt an zahlreichen alten Fachwerkhäusern vorbei. An dieser Straße liegt auch das Geburtshaus des 1823 in Tréguier geborenen Schriftsteller und Religionswisschenschaftlers Ernest Renan. Das Haus ist heute zum Museum ausgebaut und zeigt Gegenstände aus dem Leben des berühmten Sohns der Stadt.

Schon wenn man nur an Tréguier vorbei fährt ist die Turmspitze der Kathedrale St. Tugdual von weitem zu sehen.Kathedrale St. TugdualSie wurde im 14. und 15. Jahrhundert an Stelle einer romanischen Kapelle aus dem 11. Jahrhundert errichtet. Von der nur der Hastings Turm erhalten blieb, der schon beim Betrachten der Kathedrale von außen, durch die andere Farbe der Steine und die romanischen Bögen auffällt.Im Innern der Kathedrale fällt zunächst ihre Größe auf, die Bögen in den Querschiffen sind bis zu 18m hoch. Ziemlich hell wirkt der Innenraum durch die vielen Bleiglasfenster. Von Bedeutung ist auch der Kreuzgang, der aus dem 15. Jahrhundert stammt und hervorragend erhalten ist (wurde 1911 restauriert). Kathedrale St. TugdualDie Besichtigung des Kreuzganges und des Kirchenschatzes sind jedoch kostenpflichtig.

Im Kirchenschatz befindet sich angeblich auch der Schädel von St. Yves, der hier jedes Jahr am dirtten Sonntag im Mai bei einem Pardon durch die Straßen von Tréguier getragen wird. Der 1253 in Minihy-Tréguier geborene Richter Yves Helory stellte seinen Sinn für Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit bei der Verteidigung der Armen und Benachteiligten unter Beweis und wurde zum Schutzpatron der Bretonen und der Anwälte. Zum Pardon treffen sich jedes Jahr Juristen aus aller Welt, um ihren Schutzpatron zu würdigen.
Sein Grabmal im Seitenschiff der Kirche ist allerdings ein Nachbau aus dem 19. Jahrhundert. Das Original wurde in der französischen Revolution zerstört. Es ist mit Danksagungen und Gedenktafeln überhäuft, St. Yves wird von vielen verehrt.

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