Quimper

Quimper war früher die Hauptstadt der Cornouaille und liegt in einem Tal am Zusammenfluß (bretonisch: kemper) von Steir und Odet.
Jahrhunderte lang hieß die Stadt nach ihrem ersten Bischof Quimper – Corentin. Die Legende besagt, daß er sich nur von einem einzigen wunderbaren Fisch ernährt hat und dies wie folgt: Jeden Morgen aß der Heilige eine Hälfte dieses Fisches und warf die andere wieder ins Wasser. Am nächsten Morgen bot sich der Fische wieder in voller Größe dem Messer des hl. Corentin.
Die Altstadt liegt zwischen der Kathedrale und den Flüssen Odet und Steir. Die Rue de Parc entlang des Odet führt zur Fußgängerzone Quai du Steir. Der kleine Nebenfluß Steir ist hier kanalisiert und fließt unterirdisch in den Odet. Die Markthallen wurden 1979 nach einem Brand wieder aufgebaut.

Auf dem Place au Beurre findet man gute Creperien. Leider scheinen das auch viele andere Touristen und Einheimische zu wissen und so ist es meist schwer einen Platz zu finden. Aber es lohnt sich zu warten. Mein Tip ist die Creperie „La Krampouzerie“.

Quimper ist für seine Fayencen, die sich keinem bestimmten Stil zuordnen lassen, da die Werkstätten sich im laufe der Zeit von verschiedenen Einflüssen anregen ließen, um ihre Produktpalette zu bereichern, berühmt. 1690 ließ sich der Südfranzose Bousquet, ein Keramikhersteller aus Marseille, in Locmaria nahe Quimper nieder. Er gründete die erste Keramikwerkstatt von Quimper, die sein Sohn 1708 übernahm. Er schloß sich erst mit Belleveaux, einem Fabrikanten aus Nevers, der neue Farben – vor allem ein besonderes Gelb-, Dekors und Formen mitbrachte und dann mit dem Fayencekünstler Caussy aus Rouen, der die Farbpalette um das Eisenrot bereicherte und 300 neue Dekorschablonen schuf, zusammen. Zum Ende des 18. Jahrhunderts siedelten sich zwei weitere Manufakturen in Quimper an, die Firma Porquier und die Firma Dumaine, deren Leitung 1884 Jules Henriot übernahm. 1840 wurden die ersten Fayencen mit bretonischen Motiven gefertigt, darunter der „kleine Bretone“ , eine humoristische Figur, die den traditionellen Motiven den Rang ablief. Auch die Industrialisierung begann. Heute werden dei Motive alles aus freier Hand gemalt.
Informieren kann man sich über die Fayencenherstellung im Musée de la faience (Fayencenmuseum), das seine rund 2500 Ausstellungsstücke abwechselnd zeigt. In der Keramikwerkstatt „Faienceries de Quimper H. B. Henriot“ kann man bei der Keramikherstellung und dem Bemalen zuschauen.

Etwas außerhalb von Quimper liegt die Distillerie du Plessis. Der Besitzer hat in einem kleinen Museum Brenninstrumente und alles rund um die Weinbrennerei aus den letzten 3 Jahrhunderten gesammelt. Dies ist eine Seltenheit, wenn man bedenkt, daß das Brennrecht in Frankreich nicht vererbt werden kann und alle Brenninstrumente nach dem Tod des Brenners vernichtet werden müssten. Ein Besuch des Museums ist das ganze Jahr über möglich. In der Saison ( Juni – August) ist es täglich und sonst Montag bis Samstags von 9:30 – 12:30 Uhr und von 14:30 – 17:30 geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 25FF (Gruppe: 10FF p.P.) Kinder unter 12 Jahren erhalten freien Eintritt (Stand Juli 2000). Im Preis ist auch ein Probieren einiger ausgewählter Köstlichkeiten der Brennerei enthalten. Wenn einem etwas besonders gut gefällt , kann man es direkt im Laden erstehen.