Mont St. Michel

Mont St. Michel „Das Wunder des Abendlandes“

Mont St. Michel

Wer für die Anreise in die Bretagne die nördliche Route über Amiens, Rouen, Caen Richtung Rennes gewählt hat, kann bei gutem Wetter schon in der Bucht von Avranches von der A84 einen Blick auf dieses imposante Bauwerk, den Mont St. Michel, werfen. Im 8. Jahrhundert erschien dem Bischof von Avranches, Aubert, drei Mal der Erzengel Michael und gebot ihm, auf der Insel Tombe, einem Granitblock von 900m Umfang und 80m Höhe, eine Kapelle zu bauen. Von nun an war der Berg dem heiligen Michael geweiht und zahlreiche Pilger strömten zu dem Ort. Benediktinermönche bauten ab dem Jahre 1017 die eigentliche Abtei. Sie entstand auf einer 75m über dem Meeresspiegel liegenden Terrasse. In ihr ist Auberts Kapelle als Krypta enthalten. Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Anlage um Almosen-, Ritter- und Speisesaal sowie Kreuzgang erweitert. Die Befestigungsanlagen stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Der Mont St. Michel wurde nie eingenommen. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde nach dem Motto: „Wo keiner rein kommt, kommt auch keiner raus“ eine Gefängnisanlage aus dem Mont. Früher mussten die Pilger bei Ebbe den gefährlichen Treibsand überqueren. Heute erreicht man den Mont über den 1874 angelegten, 800m langen Damm. Führungen finden hier in fast allen Sprachen statt und beginnen auf der oberen Terrasse. In den kleinen Gassen auf dem Mont St. Michel findet man viele kleine Gastronomiebetriebe, die zum Verweilen einladen.

Es ist auch möglich den Mont mit einem Audioguide zu erkunden. So kann man auch außerhalb einer Führung durch das Wunder des Abendlandes wandern und bekommt jede Menge Informationen. Im Sommer gibt es zudem die Möglichkeit den Mont auch am Abend beleuchtet zu besichtigen.

Mont St. Michel - Blick auf die BuchtDie Bucht des Mont verlandet seit einigen Jahren, denn das Meer lagert hier jährlich ca. 1.000.000m3 Sedimente ab. Seit einigen Jahren schon diskutiert man über Rettungsversuche für die Bucht des Mont. Im Juli 2003 wurde nun endgültig grünes Licht für ein Bauprojekt gegeben. Der alte Damm soll zurückgebaut werden und auch die großen Parkplätze direkt vor dem Mont St. Michel werden entfernt.So müssen die Touristen dann die letzten 2,5km, von einem Parkplatz aus, wie früher, zu Fuß über eine einspurige Straße oder mit einer kleinen elektrischen Bahn zum Mont zurück legen. 2006 wurde wirklich mit den Arbeiten begonnen. Als erster Schritt wurde 2009 ein Stauwerk vor dem Couesnon in Betrieb genommen, das bei beginnender Ebbe geschlossen wird und erst bei Niedrigwasser geöffnet wird. Die so entstehende starke Strömung soll die Sedimente ins Meer zurück spülen.

Le Mont St. Michel am AbendAuf dem Stauwerk wurde eine Brücke mit vielen Sitzplätzen errichtet. Besonders Abends hat man von dort einen wunderbaren Blick auf den Mont, wenn in der Dämmerung die Scheinwerfer eingeschaltet werden. Da sich dies schon herumgesprochen hat, sollte man früh da sein. Aber mit einem Baguette, Käse und einem guten Wein läßt sich die Zeit verkürzen.

Update 25.03.2011: Ab dem 28. April können Autos und Busse nicht mehr über den Damm bis zum Mont fahren sondern müssen auf dem großen Parkplatz (4150 Plätze) am Festland parken. Die Gebühren liegen bei 8,50 € für PKW, 12,50 € für Wohnmobile, 3,50 € für Motorräder und 40€ für einen Reisebus. Im Preis inbegriffen ist der Transfer mit einem Shuttlebus oder per Pferdetram. Aber auch zu Fuß ist der Klosterberg weiterhin in ca. 45 Minuten zu erreichen. Gleichzeitig mit dem neuen Parkplatz wird auch ein neues Infozentrum eröffnet, dass über die Veränderungen in der Bucht berichtet.

Lunas Hundetipp

Hunde dürfen in die eigentliche Abtei an der Spitze des Berges nicht mit hinein. Mir wäre bei den Menschenmassen in den engen Gassen aber eh nicht wohl. Es gibt nun die Möglichkeit Hunde am neuen Infozentrum am Parkplatz abzugeben. Sie werden dort bis zur Rückkehr von Herrchen und Frauchen betreut. Kosten: 8,10€. Es muss ein Formular ausgefüllt werden dass die Gesundheit des Tieres bestätigt. EU Tierpass nicht vergessen!

 

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