U-Bootbasis Keroman in Lorient

Blick auf Keroman III von Port-LouisDie von den Deutschen während des zweiten Weltkrieges gebaute U-Bootbasis Keroman in Lorient kann heute teilweise besichtigt werden. Von 1940 bis 1944 wurden drei gigantische Bunkeranlagen im Hafen von Lorient gebaut. Mit einem vierten wurde begonnen, er wurde aber nie fertiggestellt.

Unter den Schüssen der Royal Air Force, werden von 15.000 Arbeitern drei außergewöhnlich große betonierte Blocks gebaut: die Flanken sind 130m lang. Die Blöcke Keroman I (KI) und II (K II) sind 18,5 m hoch und haben 3,5 m dicke Dächer; der Keroman III Block (K III) misst 170 Länge, 122 Breite und hat 7,5 m dicke Dächer.

Aufgrund des felsigen Untergrundes wurden Keroman I und II nicht mit im Wasser liegenden Docks für die U-Boote versehen sondern in Keroman I eine Aufschleppanlage gebaut. Die U-Boote fuhren im Bunker auf einen Schlitten auf dem sie anschließend aus dem Wasser gezogen wurden. Auf einer Gleisanlage zwischen Keroman I und II wurden die U-Bote dann zwischen den Trockendocks und der Aufschleppanlage hin und her gefahren.

Blick auf Keroman IIIKeroman III hingegen wurde wieder in herkömmlicher Weise mit Nassdocks gebaut. Einige der Nassdocks konnten aber durch Tore und starke Pumpen in Trockendocks verwandelt werden, was den Arbeitsaufwand zu den alten Blöcken erheblich verminderte.

Der französische Marineoffizier Jaques Stosskopf, der aus dem Elsass stammte und fließend deutsch sprach, arbeitete beim Bau der Bunkeranlagen mit. Er arbeitete aber auch mit der Résistance zusammen und wurde dafür im Jahre 1944 von den Nazis hingerichtet. Nach dem Krieg übernahm die französische Marine die Bunkeranlagen und benannte sie nach ihm.

 

Erinnerung an Jaques StosskopfBis 1998 war die Basis Keroman in Hand der französichen Marine, jedoch wurde vom Verteidigungsministerium bereits 1995 wegen Umstrukturierungsmaßnahmen die Aufgabe des Standortes angekündigt.
Damit stand die Stadt Lorient vor einem großen Problem: weder für einen weiteren Betrieb noch für einen kompletten Abriss der Anlage war genug Geld da. Teile des Geländes werden inzwischen kommerziell genutzt, einige Teile wie z.B. der Davis Turm, der Block K3 und ein Teil des Blocks K1 mit dem davor befindlichen Museums U-Boot „Flore“ stehen zur Besichtigung offen.

Museums U-Boot "Flore"Die Aufschleppanlage in KI wurde komplett demontiert. Von einer Fußgängerbrücke aus kann man in den gefluteten Tunnel schauen. Zwischen KI und KII steht auf der ehemaligen Verschiebeanlage das Museumsuboot „Flore“, welches in Rahmen von Führungen (nur auf französisch) besichtigt werden kann. KII wird gewerblich genutzt, ein kleiner Teil dient als Shop und Eintrittsbereich für die „Flore“. KIII kann in Rahmen einer Führung (franz.) zum Teil von Innen besichtigt werden. Beeindruckend ist der Blick vom Dach des KIII auf das umliegende Gelände. Im als U-Bootmuseum bezeichnetem Davis Turm ist eine von den Deutschen gebaute Übungsanlage für den Austieg aus havarierten U-Booten mit Tauchrettern zu sehen. Die Anlage wurde von der franz. Marine nur durch Heizungen und einer Druckkammer für Tauchunfälle erweitert.

 

Zur Anreise in Richtung Hafen (Port) fahren und dann den Hinweisschildern „Base sous-marins“ folgen. Es sind ausreichend kostenlose Parkplätze vorhanden. Am Parkplatz gibt es einen Info-Container in dem die Eintrittskarten gekauft werden können. Wenn man mehrere Besichtigungen kombiniert kann man sparen !!!
Für die Besichtigung des Davis Turms gibt es einen deutschen Audiogiude!