Locmariaquer

Die kleine Gemeinde Locmariaquer ist ca. 9 km südlich von Auray und etwa 12 km von Carnac entfernt. Sie befindet sich auf einer Halbinsel, die den Golf von Morbihan vom Atlantik trennt. In Locmariaquer sind einige der bedeutensten Überreste der Megalithkultur zu finden. Ab dem Ortseingang einfach den Schildern „Site des mégalithes“ oder  „Table des Marchand“ und „Grand Menhir Brisé“ folgen.

 

Das Besucherzentrum hat leider nur wenige Parkplätze. Wenn nichts frei ist, den Parkplatz verlassen und der Einbahnstraße Richtung Innenstadt folgen. Am Ende der Straße Links abbiegen, direkt danach befindet sich auf der rechten Seite ein öffentlicher, kostenloser Parkplatz. Der Fußweg zurück dauert nicht mal 5 Minuten.

Der Eintritt kostet 5€. Direkt darauf hinweisen, das man einen Audioguide mit deutscher Sprache benötigt. Man gelangt zunächst in einen Kinosaal in dem eine kurze Dokumentation zu den Forschungen in Locmariaquer gezeigt wird. Der Film ist in französicher Sprache, die deutsche Version kommt per Audioguide.

Im Freien findet man die folgenden Megalithbauwerke:

„Grand Menhir brisé“

Grande Menhir briséDer große zerbrochene Stein war mit mehr als 20 m Höhe einer der größten ||Menhir||e in der westlichen Welt. Heute liegt der Granitblock in 4 Teile zerbrochen am Boden. Der 280 Tonnen schwere Stein wurde aus einem Granit gefertigt, der auf der Halbinsel von Locmariaquer nicht vorkommt. Die Technik die verwendet wurde um eine solche lange Strecke zu überwinden ist bis heute unbekannt. Vor Ort wurde der Stein wahrscheinlich mit Hebeln aufgerichtet und anschließend mit Schlagsteinen aus Quarz geglättet. Hinter dem Grand ||Menhir|| befanden sich früher 18 weitere Menhire, deren Position heute durch kleine Steinfelder markiert sind.
Die um 4.500 v.Chr. errichtete Steinreihe wurde ca. 4.300-4.200 v.Chr. zerstört. Ob sie umgestürzt sind oder absichtlich umgestoßen wurden konnte die Wissenschaft bis heute nicht klären.

Der Dolmen „Table des Marchand“

Table des MarchandDie Grabkammer wurde ca. 3.900 v.Chr. errichtet und wahrscheinlich bis in die Bronzezeit ca. 2.000 v.Chr. genutzt. Wie die Ausgrabungen ergaben ist jedoch die Steinplatte im hinteren Bereich älter und stammt aus der Zeit des Grande ||Menhir|| brisé. Die Steinplatte blieb bei der Zerstörung des Alignements an ihrem ursprünglichen Platz und der Dolmen wurde drumherum gebaut. Die Steinplatte ist von beiden Seiten mit Verzierungen versehen. Die Deckplatte ist mit Gravuren verziert: ein Beil mit Stiel, ein Krummstab und der untere Teil eines Horntiers. Ein anderer Teil des Tieres befindet sich in 4 km Entfernung auf dem Deckstein des Dolmens von Gavrinis. Als letztes könnte dazu noch der Steinblock gehören, der das Grabgewölbe des ||Tumulus|| d’Er Grah bedeckt. Ursprünglich bildeten die drei Teile vielleicht einen ||Menhir|| von 14 m Höhe.

Der Tumulus d’Er Grah

Tumulus d'Er GrahDieses gigantische Monument (140m lang) gehört zu den Grabstätten mit einer geschlossenen Gruft. Es muss für eine wohlhabende Person gedacht gewesen sein, darauf deuten seine Größe und die gefundenen Materialien hin. Der ||Tumulus|| entstand in vier Bauphasen zwischen 4.500 bis 4.000 v.Chr.. Im 19. Jahrhundert kannte man von d’Er Grah nur die Grabkammer, die bereits zuvor geplündert worden war. Das nördliche Ende ist heute nicht mehr vorhanden, da es als Steinruch genutzt wurde. Daher auch der zweite Name d’Er Vinglé ( auf Bretonisch  „Steinbruch“). Trotz einer punktuellen Ausgrabung durch Zacharie Le Rouzic im Jahr 1908 geriet das mit Pflanzen bewachsene und zum Teil eingestürzte Monument bis 1991 in Vergessenheit. Im darauf folgenden Jahr erhielt der ||Tumulus|| nach einer Restaurierung seine ursprüngliche Größe zurück.