Wallfahrten & Heilige

Wallfahrten

Die bretonischen Wallfahrten werden Pardons genannt. In einigen Kirchen sind sie schon seit tausend Jahren Brauch und Ausdruck der tiefen Frömmigkeit des Volkes. Die Gründe für die Teilnahme an einem Pardon können verschieden sein: mal gilt es, ein Gelübde zu erfüllen, mal seine Sünden vergeben zu bekommen, mal einem Heiligen ein besonderes Anliegen vorzutragen. Bis zum 16. Jahrhundert war esBrauch, mindestens einmal im Leben an einer Wallfahrt zu den sieben Kathedralen der Bretagne (Saint-Brieuc, Saint-Malo, Dol-de-Bretagne, Vannes, Quimper, Saint-Pol-de-Léon und Tréguier) teilzunehmen. Dieser „Tro Breiz“  (bret.: Tour durch die Bretagne) zog im 14. Jahrhundert bis zu 40.000 Menschen auf die Straßen, die annähernd 700km zurücklegen mussten, bis sie alle Kathedralen besucht hatten. Wenn sie dies nicht zu Lebzeiten schafften, wurde die Strecke notfalls im Sarg zurückgelegt.

1994 wurde die Wallfahrt Tro Breiz unter anderen Rahmenbedingungen neu belebt. Jedes Jahr im August wird reihum die Strecke zu einem der oben genannten Orte inerhalb einer Woche zurückgelegt. So benötigt man nun für die komplette Wallfahrt 7 Jahre.

Eindrucksvoll sind die großen Pardons, bei den kleineren spürt man aber oft mehr Frömmigkeit. Man sollte versuchen, einen Pardon mitzuerleben, denn dort bekommt man die seltene Gelegenheit, die schönen Trachten der Bretonen zu sehen.

Die Heiligen

Obwohl die Bretagne das Land der Zauberer, Geister, Feen, Dämonen und Dämoninnen ist, ist sie zugleich die Region Frankreichs mit den meisten Heiligen. Man kennt Hunderte von Heiligen in der Bretagne und ihre Holzstatuen zieren Kirchen und Kapellen. Aber nur wenige von ihnen wurden wirklich in Rom heiliggesprochen, sondern wurden nur von den Bischöfen anerkannt. Einige sind außer in dem Dorf, in dem sie verehrt werden, gar nicht bekannt.
Unter den keltischen Britonen, die im 5. Jahrhundert in der Bretagne landeten, waren auch einige Priester, die die Schutzpatrone der sieben ältesten Bischofstädte wurden: St-Malo (hl. Maklovius), St.- Brieuc (hl. Briocus), St.-Pol-de-Léon (hl. Paul Leonensis), Dol (hl. Samson), Tréguier (hl. Tugdualus), Quimper (hl. Corentinus), Vannes (hl. Paternus). Auch viele andere Ortsnamen gehen auf Heilige zurück (vgl. Sprache).